22
März
2026
Um Punkt 20:00 Uhr ging es los – die perfekte Uhrzeit, um herauszufinden, wie lange man eigentlich ohne Luft auskommt. Zuerst standen allerdings 30 Minuten Theorie auf dem Programm. Dabei lernten wir die wichtigsten Grundlagen des Apnoetauchens.
Die vielleicht überraschendste Erkenntnis: Der Atemreiz kommt gar nicht daher, dass uns der Sauerstoff ausgeht, sondern von der steigenden CO?-Konzentration im Blut. Unser Körper denkt also: „Zu viel CO?, wir müssen atmen!“ – selbst wenn noch genug Sauerstoff vorhanden ist. Deshalb gilt auch eine wichtige Regel: Keine Hyperventilation. Wer vorher zu viel und zu schnell atmet, senkt den CO?-Gehalt künstlich und merkt den Atemreiz später – was gefährlich werden kann.

Außerdem erfuhren wir, dass zwischen dem ersten starken Atemreiz und einem möglichen Blackout manchmal nur wenige Sekunden liegen können. Daher die goldene Regel: Ohne Sicherung niemals über den Atemreiz hinaus tauchen.
Auch beim Thema Sauerstoff gab es eine kleine Überraschung. Mein Blutsauerstoffgehalt liegt ohnehin schon bei etwa 99 %. Viel mehr geht also gar nicht. Das Einzige, was man wirklich beeinflussen kann, ist der Sauerstoffvorrat in der Lunge, indem man vor dem Abtauchen ruhig und tief einatmet.
Ein weiterer wichtiger Punkt war die sogenannte Recovery-Atmung. Nach dem Auftauchen atmet man dabei nicht einfach hektisch drauflos, sondern macht mehrere kurze, aktive Einatmungen mit einer kurzen Ausatmung dazwischen. Dabei bleibt der Kopf über Wasser und die Atemwege frei. Diese Atemtechnik hilft, den Sauerstoffgehalt im Körper schnell zu stabilisieren und ist besonders wichtig nach längeren Tauchgängen.
Dann kam noch ein besonders wichtiger Teil: Wie sichert man einen Taucher?
Die wichtigsten Anzeichen und Maßnahmen:
Wenn ein Taucher bewusstlos wird, lässt er Blasen ab.
Dann heißt es: sofort handeln.
Den Taucher schnell an die Oberfläche bringen.
Kopf über Wasser halten, anpusten und ansprechen, bis er reagiert.
Nach so viel Theorie lockerten wir uns mit zwei Dehnübungen, vermutlich auch, damit wir später elegant untergehen können.
Dann ging es endlich ins Wasser.

Zuerst stand Einschwimmen auf dem Plan – allerdings mit einer ungewöhnlichen Anweisung: nicht zu schnell schwimmen, Puls bloß nicht hochtreiben. Beim Apnoetauchen ist Energie sparen schließlich wichtiger als olympische Bestzeiten.
Anschließend übten wir das Sichern eines Tauchers. Dafür bildeten wir Paare. Jeder durfte einmal den bewusstlosen Taucher spielen – also einfach bewegungslos im Wasser treiben und Blasen aufsteigen lassen. Der Partner musste dann schnell reagieren und den „Verunglückten“ zur Oberfläche bringen. Es stellte sich heraus: bewusstlos spielen macht erstaunlich wenig Arbeit.
Danach übten wir eine energieeffiziente Wende unter Wasser. Ziel: möglichst elegant drehen, ohne dabei den halben Sauerstoffvorrat zu verbrauchen.
Dann wurde es ernst: Zeittauchen.
Die erste Runde: 30 Sekunden.
Die zweite: 45 Sekunden.
Die dritte: 60 Sekunden.
Und schließlich: so lange wie möglich.

Natürlich immer mit Sicherungspartner. Alle 30 Sekunden musste der Taucher ein Okay-Zeichen geben – eine beruhigende Geste, die bedeutet: „Alles gut, ich bin noch nicht zum Fisch geworden.“
Zum Abschluss gab es noch Streckentauchen durch das Becken, ebenfalls mit Sicherungstaucher. Hier ging es darum, möglichst entspannt und effizient unter Wasser voranzukommen – also eher wie ein ruhiger Delfin als wie ein panisch paddelnder Pinguin.

Am Ende des Abends waren wir zwar nicht plötzlich professionelle Freediver, aber wir wussten jetzt:
warum der Körper eigentlich atmen will,
wie man einen Taucher rettet,
wie die Recovery-Atmung nach dem Auftauchen funktioniert,
und dass eine Minute ohne Luft deutlich länger sein kann, als man denkt.

Und ganz nebenbei haben wir gelernt: Ruhig bleiben, langsam bewegen – und immer jemanden dabeihaben, der einen notfalls wieder auftauchen lässt.
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